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MOG Erfolgsgeschichten: Ein ehrgeiziger, syrischer Arzt schafft den Weg zur deutschen Approbation

 

Herr S. kommt aus Syrien und ist ein sehr ehrgeiziger Mensch. 2015 hat er sein Studium der Humanmedizin in Damaskus (Syrien) mit Auszeichnung abgeschlossen und schon währenddessen an zwei Fachbüchern der medizinischen Fakultät mitgeschrieben, die auch veröffentlicht wurden. Zudem ist Herr S. auch ehrenamtlich aktiv. Nach seiner Ankunft in Deutschland war er Helfer bei den Maltesern und als ehrenamtlicher Dolmetscher tätig. Herr S. hat ein Praktikum an einer baden-württembergischen Universitätsklinik in den Bereichen Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie absolviert und danach, im Juli 2017, seine deutsche Approbation durch das Regierungspräsidium Stuttgart erhalten.

 

 

 

1. Herr S., zuerst einmal herzlichen Glückwunsch für Ihren bemerkenswerten Werdegang in Deutschland! Es war ein sehr langer und anstrengender Weg für Sie, von Syrien hierher. Wie sind Sie nach Deutschland gekommen und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Der Weg von Syrien nach Deutschland war nicht sehr schön. Ehrlich gesagt, war er wirklich schlimm. Ich bin zusammen mit meinem Cousin nach Deutschland gereist. Das hat meine Reise erträglicher gemacht, da man immer jemanden Vertrautes an der Seite hatte. Wir sind im November 2015 über die alte Balkanroute nach Deutschland gekommen. Mein Cousin ist auch Mediziner und hat vor Kurzem ebenfalls seine deutsche Approbation erhalten. Wir sind mit sämtlichen Fortbewegungsmitteln gefahren: mit dem Bus in den Libanon, mit dem Flugzeug in die Türkei, mit dem Boot nach Griechenland und von dort aus mit Bahnen und Bussen nach Stuttgart. Wir waren etwa zwei Wochen unterwegs, was noch sehr kurz ist für diese Strecke. Ich kenne Leute, die haben etwa 6 Monate dafür gebraucht. Als wir Deutschland endlich erreicht hatten, sind wir in Stuttgart in eine Notunterkunft gekommen, in der wir vier Wochen bleiben durften. Insgesamt waren mein Cousin und ich in drei Flüchtlingsunterkünften. In der letzten waren wir dann sogar für 6 Monate untergebracht.

2. Ein wirklich langer Weg für Sie, Herr S. Sie haben während Ihrer Aufenthalte in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften viele ehrenamtliche Tätigkeiten wahrgenommen. Wie sind Sie dazu gekommen und konnten Sie zu diesem Zeitpunkt schon Deutsch sprechen?

Ja, genau. Ich habe 6 Monate vor meiner Reise nach Deutschland angefangen, Deutsch bis zum Level B1 bei einem syrischen Lehrer, der schon 15 Jahre in Deutschland gelebt hat, zu lernen. Deshalb beherrschte ich die deutsche Sprache schon ein bisschen bei meiner Ankunft hier.
In der ersten Notunterkunft in Stuttgart bin ich gleich zum Heimleiter gegangen, habe mich als Arzt vorgestellt und gesagt, dass ich gerne hier mitarbeiten und helfen möchte. In der Unterkunft gab es eine kleine Praxis, in der ich gleich an meinem zweiten Tag als Dolmetscher arbeiten durfte. In der zweiten Unterkunft, in der wir auch den Asylantrag stellen konnten, durften mein Cousin und ich 6 Wochen bleiben. Dort habe ich als Dolmetscher in einer Impfpraxis gearbeitet. Nach diesen 6 Wochen wurden wir dann in eine größere Unterkunft mit wirklich sehr vielen Menschen verlegt. Dort waren wir für 6 Monate untergebracht. Hier habe ich auch beim Dolmetschen geholfen und die anderen Bewohner bei Behörden- und Krankenhausbesuchen begleitet. Der Unterkunftsleiter war so zufrieden mit meiner Arbeit, dass er mir angeboten hat, einen B2-Kurs in Tübingen zu besuchen. Das hat mich natürlich sehr gefreut und ich habe dies auch sehr, sehr gerne angenommen. Ich hatte dann 3 Mal die Woche Sprachkurse.
Als ich endlich meine Papiere aus Syrien und meine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte, habe ich mir ein WG-Zimmer in der Nähe von Stuttgart gesucht. Ich bin dann auch fündig geworden, eine total nette und multikulturelle WG. Dort habe ich dann mein B2 Sprachzertifikat abgeschlossen.

3. Und wie verlief Ihr Weg von da bis zu Ihrer Approbation als Arzt?

Als ich mein B2 Sprachzertifikat bestanden hatte, habe ich mich für einen 8-monatigen Vorbereitungskurs für die Fachsprach- und Kenntnisprüfung in Stuttgart beworben. Dort wurde ich auch direkt genommen. Der Kurs war aufgeteilt in die Vorbereitung zur FSP, ein Praktikum und die Vorbereitung zur Kenntnisprüfung. Ein besonders großer Vorteil an diesem Kurs war zu wissen, dass man nach 8 Monaten seine Kenntnisprüfung ablegen wird und nicht noch ewig auf einen Termin warten muss.
Klar war der Weg bis zum Erhalt der Approbation nicht einfach, aber wir hatten gute Professoren, die uns bestens darauf vorbereitet haben. So konnte bei den Prüfungen so gut wie nichts mehr schief gehen :-)

4. Wie ging es dann bei Ihnen weiter? Haben Sie sich direkt nach der Approbation bei MOG beworben?

Ich bin sehr bald im Internet auf MOG gestoßen, habe mich direkt beworben und dann ging alles wirklich sehr schnell. Schon 5 Tage nach meinem ersten Anruf hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch. Ich bin zu dem Gespräch in die Klinik gefahren und war total begeistert. Der Chefarzt und das ganze Team waren so nett und freundlich. Mir wurde die Stelle angeboten und ich habe nicht gezögert und angenommen, obwohl ich noch zwei weitere Gespräche offen hatte, die ich dann abgesagt habe. Die Oberärztin war super nett zu mir und hat mir ein Zimmer bei Ihrer Schwiegermutter angeboten, da die Wohnungssuche in der Regel problematisch ist. Ich werde total gut versorgt und der Arbeitsweg ist nicht länger als 5 Minuten. Besser hätte es für mich nicht laufen können.

5. Das freut uns sehr für Sie! Also sind sie zufrieden mit Ihrem neuen Job und ihrem neuen Zuhause?

Ich fühle mich wirklich sehr wohl in meiner neuen Heimat und mit meinem Job hier in Deutschland. Ich wollte schon immer als Arzt in Deutschland arbeiten, deswegen habe ich auch gerne diesen langen Weg auf mich genommen.

Und nicht zu vergessen: Ich war so zufrieden mit Ihrer Dienstleistung, dass ich Sie gleich an eine Bekannte weiterempfohlen habe!

Lieber Herr S., vielen Dank für das nette und spannende Gespräch. Wir, das MOG Team, wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre weitere berufliche Zukunft. Alles Gute. Wir werden Sie gerne weiter unterstützen.

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